Delfingestütze Therapie:

DAS THERAPIEKONZEPT

Ursprung der Therapie

Die delfingestützte Therapie wurde 1978 vom amerikanischen Neuropsychologen und Verhaltensforscher Dr. David E. Nathanson entwickelt. In Florida ermöglichte er Kindern, die an Down-Syndrom, Hydrocephalie (Wasserkopf), Sprach- oder Gedächtnisstörungen litten, den Kontakt zu Delfinen. Mit ihrer Hilfe lernten die jungen Patienten viermal schneller als gewohnt. Offenbar steigerte die Anwesenheit der Meeressäuger die Konzentration und Aufnahmefähigkeit und förderte zugleich die Entspannung. Dr. Nathanson konnte beweisen, dass der Aufenthalt der Kinder im Wasser in Begleitung der Delfine eine Stärkung des Immunsystems bewirkte und zugleich die Persönlichkeiten der Kinder festigte, und ihre verloren geglaubten Fähigkeiten neu stimulierte. 

Seitdem hat Nathanson zusammen mit seinem speziell geschulten Team vielen Kindern weltweit geholfen. Waren es 1994 noch wenige hundert, so haben bis heute nahezu 10.000 Kinder aus 55 Ländern von der tiergestützten Intensivtherapie mit Delfinen profitiert. Die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit dieser Therapie wurde bereits 2003 in einer unabhängigen, europäischen Studie nachgewiesen. 

Das Therapiekonzept

Das von delfine therapieren menschen entwickelte Therapiekonzept verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der den Menschen mit all seinen Stärken und Schwächen erfasst. Im Fokus stehen die vorhandenen Fähigkeiten, die durch die Therapie aktiviert und verbessert werden. Eltern und Geschwister sind Teil des Konzeptes und werden mit einbezogen. Ein weiterer Bestandteil ist die freie Interaktion zwischen Delfin und Patient. Die Therapie ist interdisziplinär angelegt. Das heißt, je nach Krankheitsbild werden neben dem Tiertrainer und Therapeuten auch Psychologen sowie Physio- und Ergotherapeuten eingebunden.

Um die Begegnung mit den Delfinen vorzubereiten, arbeiten Kinder und Erwachsene in der Regel zunächst mit ihrem Therapeuten und den Tieren auf einem schwimmenden Dock. Später kommt es dann zum direkten Kontakt zwischen den Patienten und dem Delfin im Wasser. Bei dieser Begegnung erkennt der Delfin die Besonderheit der Patienten und nähert sich ihnen auf vorsichtig-spielerische Weise. So verlieren Kinder und Erwachsene schnell die Angst vor den Meeressäugern. Sie entwickeln neues Selbstvertrauen und können die Impulse der Außenwelt besser aufnehmen. Um möglichst große Behandlungserfolge zu erzielen, sollte die tiergestützte Intensivtherapie mit Delfinen zwei Wochen dauern.
Der genaue Ablauf einer Therapie ist von Zentrum zu Zentrum unterschiedlich und hängt von dem jeweiligen Krankheitsbild des Patienten ab. Häufig besteht eine Therapiesitzung aus fünf Teilen.

01

Konventionelle Therapie in speziellen Therapieräumen als Vorbereitung.

02

Kontaktaufnahmen mit den Delfinen auf einem Therapiedock

03

Interaktion und spezifische Übungen im Wasser

04

Übung von Alltagsfähigkeiten außerhalb des Wassers

05

Nachbesprechung mit Patienten, Therapeuten und Eltern

für wen kommt die therapie in frage

Die Intensivtherapie mit Delfinen kann bei vielen Erkrankungen/Einschränkungen zum Einsatz kommen. Eine entsprechende Übersicht haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

Eine unserer Mutmacher-Geschichten berichtet von Vincent. Vincent ist ein ehemaliges Frühchen und bekam im Alter von neun Monaten epileptische Anfälle. Seine Geschichte lesen Sie hier.

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